Warum diese Unterscheidung wichtig ist
Nicht jede Quelle erfüllt dieselbe Funktion. Ein Buchmodell kann Begriffe und normative Kriterien entwickeln. Eine psychologische Begriffsquelle kann einen Fachbegriff definieren. Eine Studie kann eine konkrete Forschungsfrage untersuchen. Ein theoretisches Modell kann Zusammenhänge beschreiben, ohne damit automatisch empirisch bestätigt zu sein. Praxisliteratur kann Anregungen geben, ohne einen Wirksamkeitsnachweis darzustellen.
Forschungsbefunde zu Assertiveness, Kommunikation, nonverbalem Verhalten oder Konfliktverhalten können einzelne verwandte Aspekte einordnen. Sie validieren dadurch nicht automatisch das Gesamtmodell der gerechten Selbstbehauptung.
Stand dieser zentralen Einordnung: 21. September 2026.
Quellentypen auf dieser Website
Mathias Ellmann
Die veröffentlichte EPUB-Fassung des Sachbuchs ist die maßgebliche Quelle für Aufbau, Begriffe und interne Zuordnungen des Ellmann-Modells.
Fachbegriffe
Quellen wie das APA Dictionary werden verwendet, wenn ein psychologischer Fachbegriff wie Assertiveness eingeordnet wird.
Empirische Forschung
Peer-reviewte Originalstudien, systematische Reviews und Metaanalysen dienen zur Prüfung empirischer Aussagen.
Theoretische Modelle
Beispielsweise Berne oder Karpman werden als Quellen ihrer jeweiligen theoretischen Modelle behandelt, nicht als Wirksamkeitsnachweis für Ellmanns Modell.
Ratgeber und Anwendungsliteratur
Practitioner-orientierte Bücher können Ideen und Praxisperspektiven liefern. Sie werden nicht automatisch als wissenschaftliche Evidenz behandelt.
Behörden und Organisationen
Für Sicherheits-, Hilfs- und aktuelle Verfahrenshinweise werden möglichst offizielle Stellen verwendet.
Übertragung durch die Website
Wenn Inhalte verbunden, auf Situationen übertragen oder didaktisch geordnet werden, wird dies als eigene Einordnung beziehungsweise eigene Übertragung behandelt.
1. Modellquelle: Gerechte Selbstbehauptung
Die zentrale Modellquelle ist Mathias Ellmann, Die Kunst der gerechten Selbstbehauptung, in der veröffentlichten EPUB-Fassung.
| Funktion | Begriffe | Buchbezug |
|---|---|---|
| Kommunikative Kurzform | Klarheit – Respekt – Verantwortung | Untertitel / Kurzform |
| Drei Säulen | Respekt – Verantwortung – Gerechtigkeit | Kapitel 2.2 |
| Kriterien: Was macht Selbstbehauptung gerecht? | Intention – Respekt – Werteorientierung | Kapitel 4 |
| Wesentliche Merkmale in der Zusammenfassung | Respekt – Ehrlichkeit – Verantwortung | Kapitel 8.1 |
Diese Gruppen haben unterschiedliche Funktionen und werden auf dieser Website nicht zu einer einzigen Definition vermischt.
Öffentliche Buchverweise beziehen sich auf die veröffentlichte EPUB-Fassung und verwenden Kapitelnummern, Kapitelüberschriften oder Abschnittsbezeichnungen statt interner PDF-Seitenzahlen.
2. Verwandter psychologischer Begriff: Assertiveness
Psychologische Begriffsquelle
Das APA Dictionary of Psychology beschreibt Assertiveness als einen adaptiven Kommunikationsstil, bei dem eigene Gefühle und Bedürfnisse direkt ausgedrückt werden und zugleich der Respekt gegenüber anderen erhalten bleibt.
Das ist fachlich mit Selbstbehauptung verwandt. Es ist jedoch nicht mit dem gesamten Modell der gerechten Selbstbehauptung gleichzusetzen. Elemente wie die normative Rolle von Gerechtigkeit oder die verschiedenen Dreiergruppen sind Bestandteile des Ellmann-Modells.
- APA Dictionary of Psychology: Assertiveness
- APA Dictionary of Psychology: Assertiveness Training
3. Empirische Forschung zu Assertiveness und Training
Fachliteratur
Forschung untersucht Assertiveness und Assertiveness-Training in unterschiedlichen Populationen und mit unterschiedlichen Interventionen. Reviews und Einzelstudien berichten bei verschiedenen Trainingsprogrammen Verbesserungen in untersuchten Assertiveness- beziehungsweise Kommunikationsmaßen. Die Studienlage ist jedoch nicht mit einer Validierung des Ellmann-Modells gleichzusetzen.
- Systematischer Review: Omura, Maguire, Levett-Jones & Stone (2017), The effectiveness of assertiveness communication training programs for healthcare professionals and students. PubMed
- Systematischer Review: Assertiveness educational interventions for nursing students and nurses: A systematic review (2023). Der Review umfasst experimentelle Arbeiten aus dem Zeitraum 2012 bis 2022. PubMed
- Randomisierte kontrollierte Studie: Hagberg et al. (2023) untersuchten eine achtwöchige internetbasierte kognitiv-verhaltenstherapeutische Intervention zur Förderung assertiven Verhaltens bei 210 Teilnehmenden. PubMed
4. Nonverbale Kommunikation und Körpersprache
Fachliteratur / Primärquellen
Nonverbale Kommunikation umfasst zahlreiche Kanäle, darunter Mimik, Stimme, Körperbewegung, Berührung und räumliche Distanz. Ihre Interpretation hängt von Kontext, Person, Situation und weiteren Informationen ab. Auf dieser Website werden Beobachtung und Interpretation deshalb getrennt.
- Review: Hall, Horgan & Murphy (2019), Nonverbal Communication, Annual Review of Psychology. PubMed
Mehrabian: keine allgemeine 7-38-55-Regel
Die oft zitierte 7-38-55-Aufteilung darf nicht als allgemeines Gesetz verstanden werden, wonach 93 Prozent jeder Kommunikation nonverbal seien. Mehrabians Arbeiten von 1967 untersuchten eng begrenzte Konstellationen inkongruenter Botschaften über Einstellungen beziehungsweise Gefallen und Missfallen.
- Mehrabian & Wiener (1967), Decoding of inconsistent communications. PubMed
- Mehrabian & Ferris (1967), Inference of attitudes from nonverbal communication in two channels. PubMed
Körpersprache ist kein zuverlässiger Lügendetektor
Einzelne Gesten oder Blickrichtungen werden hier nicht als eindeutiger Code für Gedanken, Motive oder Lügen behandelt. Eine große Metaanalyse zur menschlichen Täuschungserkennung berichtete bei Urteilen ohne technische Hilfsmittel im Mittel etwa 54 Prozent korrekte Wahr/Falsch-Unterscheidungen.
- Bond & DePaulo (2006), Accuracy of deception judgments – Metaanalyse von 206 Dokumenten und 24.483 Beurteilenden. PubMed
- DePaulo et al. (2003), Cues to deception – Metaanalyse zu möglichen Täuschungshinweisen. PubMed
5. Andere Kommunikations- und Beziehungsmodelle
Andere Modelle können für Vergleiche und begriffliche Abgrenzungen relevant sein. Sie sind jedoch weder Ursprung noch automatische wissenschaftliche Bestätigung der gerechten Selbstbehauptung.
Transaktionsanalyse – Eric Berne
Die Transaktionsanalyse ist ein eigenständiger historischer und theoretischer Ansatz. Wenn Begriffe daraus verwendet werden, wird zwischen Modellbeschreibung und empirischen Wirksamkeitsaussagen unterschieden.
Karpman – Drama-Dreieck
Stephen B. Karpmans Drama Triangle wurde 1968 als theoretisches Modell publiziert. Es wird hier nicht als Diagnose oder Persönlichkeitstypologie behandelt. Das ursprüngliche Drama-Dreieck wird außerdem nicht mit späteren Karpman-Konzepten gleichgesetzt.
Gewaltfreie Kommunikation – Marshall Rosenberg
Gewaltfreie Kommunikation wird als eigenständiges Modell behandelt. Sie ist nicht der Ursprung der gerechten Selbstbehauptung und wird nicht mit ihr gleichgesetzt.
6. Praxis- und Buchliteratur des Sachbuchs
Praxisliteratur / Buchliteratur
Das Literaturverzeichnis der veröffentlichten Sachbuch-EPUB enthält neben theoretischen Quellen auch Ratgeber-, Trainings- und practitioner-orientierte Literatur. Die Aufnahme in das Literaturverzeichnis bedeutet nicht, dass jeder Titel eine peer-reviewte Wirksamkeitsstudie darstellt.
Transaktionsanalyse und Selbstbehauptung
Unter anderem Eric Berne (Spiele der Erwachsenen; Was sagen Sie, nachdem Sie „Guten Tag“ gesagt haben?), Thomas A. Harris und Stephen B. Karpman.
Kommunikationsmodelle und Methoden
Unter anderem Marshall B. Rosenberg (Gewaltfreie Kommunikation), Jacques Salomé und Monika Wilke zur Methode ESPERE. Diese Ansätze werden voneinander und vom Ellmann-Modell unterschieden.
Nonverbale Kommunikation
Unter anderem Albert Mehrabian, Joe Navarro / Marvin Karlins, Joe Navarro, Jack Schafer / Marvin Karlins und Patrice Ras. Ratgeberliteratur wird nicht mit empirischer Fachliteratur gleichgesetzt.
Selbstreflexion und persönliche Entwicklung
Unter anderem Literatur von Patrice Ras und Don Miguel Ruiz. Philosophische, spirituelle oder persönlichkeitsentwicklungsorientierte Literatur wird als solche gekennzeichnet und nicht als psychologische Wirksamkeitsforschung ausgegeben.
7. Kinderbuch: erzählerisch-pädagogische Übertragung
Buchbezug / pädagogische Übertragung
Leni und Oskar und das Rätsel der leisen Stimme überträgt zentrale Gedanken kindgerecht in Situationen aus Schule, Freundschaft, Grenzen, Nein-Sagen, Gerüchten, Zuhören, Mut und Hilfeholen.
Figuren wie Flüsterin, Brüller und Verdrehmeister werden dabei als didaktische Figuren verstanden, nicht als klinische Kategorien oder Persönlichkeitstypen. Auch die „klare Stimme“ wird nicht als etablierter psychologischer Fachbegriff ausgegeben.
Die veröffentlichte EPUB unterscheidet außerdem zwischen Selbstbehauptung und Schutz: In gefährlichen Situationen müssen Kinder Probleme nicht allein kommunikativ lösen. Der Abschnitt „Für Eltern und Pädagogen“ und die „Gedankliche Herkunft dieses Buches“ machen diese Einordnung ausdrücklich.
8. Sicherheits- und Hilfsinformationen
Offizielle Quelle
Bei Gewalt, Bedrohung, Stalking oder anderen Gefahrensituationen werden Kommunikationsfragen und Schutzfragen getrennt. Ein Kommunikationsmodell bietet keine Sicherheitsgarantie und ersetzt weder Polizei noch medizinische Versorgung, professionelle Beratung oder Opferhilfe.
9. Claim-basierte Quellenarbeit
| Aussage | Passender Quellentyp |
|---|---|
| „Im Modell von Mathias Ellmann …“ | Modellquelle: veröffentlichte EPUB-Fassung |
| „Assertiveness wird in der Psychologie …“ | Psychologische Begriffsquelle |
| „Eine Studie / ein Review fand …“ | Primärquelle oder Fachliteratur |
| „Das Drama-Dreieck beschreibt …“ | Karpman als theoretische Modellquelle |
| „Für diese Website übertragen wir …“ | Eigene Einordnung / eigene Übertragung |
| „Bei akuter Gefahr / Hilfeangeboten …“ | Aktuelle offizielle Quelle |