Eigene Grenzen benennen, Gruppendruck einordnen und wissen, wann Erwachsene unterstützen sollen.
Diese Seite richtet sich an Mädchen, Eltern und andere Bezugspersonen. Mädchen sind unterschiedlich; die Beispiele beschreiben mögliche Alltagssituationen, keine Eigenschaften, die für alle gelten.
Selbstbehauptung bedeutet hier: das eigene Erleben ernst nehmen, eine Grenze benennen, Entscheidungen treffen und Hilfe holen dürfen. Ein Kind muss eine schwierige Situation nicht allein „gut lösen“, damit seine Grenze zählt.
Das sind Hilfen, keine Pflichtformeln. Ein Nein darf kurz sein. Wer nervös wird, leise spricht oder keine passenden Worte findet, verliert dadurch nicht das Recht auf eine Grenze.
Gruppendruck kann klein anfangen: „Mach doch mit“, „Sei nicht langweilig“ oder „Wenn du meine Freundin bist, musst du …“. Eine mögliche Antwort ist: „Ich mache das nicht.“ Danach darfst du gehen oder Unterstützung holen.
Ein einzelner Streit und wiederholtes Mobbing sind nicht dasselbe. Wenn Abwertung, Ausgrenzung oder Drohungen wiederholt auftreten, sollten Erwachsene in Schule und Familie einbezogen werden. Das Problem muss nicht allein durch einen besseren Satz gelöst werden.
Auch in Freundschaften darfst du deine Meinung ändern, Zeit für dich brauchen oder etwas nicht erzählen wollen. Eine faire Freundschaft hält ein Nein oder eine andere Meinung aus.
Du musst auf unangenehme Nachrichten nicht sofort reagieren. Du kannst Kontakte stummschalten, blockieren oder melden. Wenn Nachrichten, Bilder oder Forderungen dir Angst machen oder sexualisiert sind, zeige sie einer erwachsenen Vertrauensperson.
Teile private Bilder anderer nicht weiter. Wenn jemand ein Bild von dir ohne Einverständnis verbreitet, ist das nicht deine Schuld. Hole Unterstützung und sichere Informationen, bevor Inhalte verschwinden, wenn das ohne zusätzliches Risiko möglich ist.
Selbstbehauptung ersetzt keinen Schutz durch Erwachsene. Bei Bedrohung, Gewalt, wiederholtem Nachstellen oder sexualisierten Grenzverletzungen sollst du Unterstützung bekommen. Du musst die andere Person nicht konfrontieren.
Sprich mit einer erwachsenen Person, der du vertraust. Bei akuter Gefahr in Deutschland kann 110 gewählt werden.
Hilfreich ist zuerst, ruhig zuzuhören und die geschilderte Grenze ernst zu nehmen. Fragen Sie, was das Mädchen jetzt braucht, statt sofort eine Konfrontation oder eine bestimmte Reaktion zu verlangen. Ein Kind oder eine Jugendliche muss nicht beweisen, dass sie sich „richtig“ gewehrt hat.
Bei wiederholtem Mobbing, Drohungen, Nachstellen oder sexualisierten Grenzverletzungen sollten Erwachsene gemeinsam passende nächste Schritte organisieren. Je nach Situation können Schule, Beratungsstellen, Plattform-Meldestellen oder Polizei dazugehören. Drängen Sie das Mädchen nicht dazu, die andere Person allein zur Rede zu stellen.
Fragen zur Methode oder zur Website können per E-Mail gestellt werden. Individuelle Schutz- oder Beratungsfälle gehören in geeignete Fachstellen.
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